Huren der Industrie?!

By 30. März 2018 Allgemein

Eine neue Platte ist aufgenommen und wartet darauf das Licht der Welt zu erblicken.
Und wie immer tue ich mich sehr schwer.
Wieder alles im kleinen Rahmen erledigen, mit Freunden und Bekannten und auf die Kraft der Menschen und ihren Willen zur Veränderung setzen oder doch ein großes Label, ein Management, eine Bookingfirma besorgen und auf den alten Pfaden entlang maschieren, deren einziges Ziel es ist Umsatz zu machen und Geld zu verdienen?
Jeder der mich kennt weiß, dass ich nur ungern meinen „Socialmediaverpflichtungen“ nach komme und mich darüber peste, dass alle Wege Musik zu verbreiten über riesige Konzerne und deren Erfindungen laufen. Und doch mache ich im kleinen mit, da ich Angst habe wenige zu erreichen , kaum jemand zu den Konzerten kommt und meine kleines Musikerdasein ins Wanken gerät.
Es ist schon krass, wie stark der Einfluss der Industrie vor allem auf unsere antikapitalistisch eingestellte Szene ist.
Von der Herstellung der Tonträger über die Vertriebe hin zu den großen Musikmärkten und den Onlinehandelgiganten, Streamingdiensten, Videoplattformen, Promotionfirmen, Socialmediakanälen, Event – und Konzertagenturen, Tourbookingfirmen, Backlinern usw. liefern wir Musiker uns an die Gelddruckmaschinerie aus, obwohl wir unseren Zuhörern in unseren Songs ein ganz anderes Lebensbild vermitteln.
Sind wir Lügner ? Oder ist es euch Hörern egal was euch die Bands die ihr liebt singen und nicht vorleben. Wir hier unten zusammen gegen die da oben , obwohl die Bands schon ein Teil von „Oben“ und dem Normalvolk entwachsen sind. Es macht mich traurig, dass wir als “ die anderen Bands“ und ihr als “ die anderen Hörer“ keine Wege finden, unabhängig zu sein, unsere Musik zu teilen und nicht nur darauf aus sind auf Gedeih und Verderb Kohle zu verdienen oder Teil eines Trends zu sein. Und bitte kommt mir nicht mit dem alten Argument, dass wir Bands ja zum Wohle unserer Message in den sauren Apfel der Zusammenarbeit mit der Industrie beißen müssen. Das ist Quatsch, denn die Botschaft kann nur ankommen wenn man sie lebt und die Kompromisse möglichst klein sind. Meine Konsequenz aus all dem ist es wieder auf die alten Freunde und Bekannten zu setzen und euch als Hörer und Freunde der Musik einzubinden, über euch und euer Engagement Promotion zu machen und diese Kanäle hier schmal zu nutzen.

Ich hoffe das reicht euch und mir.

Friedemann
Foto von Christian Thiele